Wenn Kalorien plötzlich Angst machen
Vielleicht kennst du Gedanken wie:
- „Das hat zu viele Kalorien.“
- „Das darf ich heute nicht mehr essen.“
- „Ich war gestern schon über meinem Bedarf.“
- „Das muss ich morgen wieder ausgleichen.“
- „Wenn ich das esse, nehme ich sofort zu.“
Ein einzelner Gedanke ist noch kein Problem.
Schwierig wird es, wenn sich dein Alltag immer stärker darum dreht, was du essen darfst und was nicht.
Dann wird ein Restaurantbesuch zur Rechenaufgabe.
Ein Stück Kuchen zum schlechten Gewissen.
Und eine Pizza zum Grund, am nächsten Tag weniger zu essen.
Dauerhaft zu wenig zu essen ist keine Lösung
Wer abnehmen möchte, denkt häufig:
„Je weniger ich esse, desto schneller nehme ich ab.“
Aber genau hier kann ein gefährlicher Teufelskreis entstehen.
Du isst immer weniger
→ dein Körper bekommt immer weniger Energie
→ Hunger, Müdigkeit und Essensgedanken nehmen zu
→ Bewegung und Leistungsfähigkeit können sinken
→ das Durchhalten wird immer schwieriger
Und irgendwann funktioniert die Strategie nicht mehr so, wie du es dir vorgestellt hast.
Das Gewicht stagniert.
Die erste Reaktion?
„Dann muss ich wohl noch weniger essen.“
Also werden weitere Kalorien gestrichen, Mahlzeiten werden ausgelassen und Lebensmittel werden verboten.
Und der Kreislauf beginnt von vorne.
Der Körper ist kein Taschenrechner
Unser Körper passt sich an Veränderungen an.
Wenn du über längere Zeit deutlich weniger Energie zuführst, können sich beispielsweise dein Energieverbrauch im Alltag und deine spontane Bewegung verändern. Gleichzeitig wird eine sehr restriktive Ernährung häufig immer schwerer einzuhalten.
Das bedeutet: Du möchtest immer weniger essen, aber dein Körper verlangt immer stärker nach Energie.
Du hältst eine Zeit lang durch.
→ Dann kommt der Moment, in dem du nicht mehr kannst.
→ Du isst mehr als geplant.
→ Danach kommen Schuldgefühle.
→ Und anschließend der nächste Versuch, noch strenger zu sein.
Kalorien sind nicht dein Feind
Kalorien sind eine Maßeinheit für Energie. Nicht mehr und nicht weniger.
👉🏼 Eine Pizza ist deshalb nicht automatisch „schlecht“.
👉🏼 Ein Eis macht deine Ernährung nicht kaputt.
👉🏼 Ein Stück Schokolade bedeutet nicht, dass du versagt hast.
👉🏼 Und eine einzelne Mahlzeit entscheidet nicht darüber, ob du abnimmst oder zunimmst.
Entscheidend ist das, was du über Wochen und Monate machst.
Eine ausgewogene Ernährung darf deshalb auch Genuss beinhalten:
- Restaurantbesuche
- Geburtstagskuchen
- Pizza mit Freunden
- Eis im Sommer
Ohne danach ein schlechtes Gewissen zu haben oder weniger essen zu müssen.
Das Ziel sollte nicht möglichst wenig Essen sein
Ein gesundes Verhältnis zu Ernährung bedeutet nicht, dass dir alles egal sein muss. Es bedeutet, dass du bewusst entscheiden kannst, ohne Angst zu haben.
✔️ Du darfst auf deine Kalorien achten.
✔️ Du darfst abnehmen wollen.
✔️ Du darfst deine Ernährung strukturieren.
❌ Aber du musst nicht jeden Bissen hinterfragen.
❌ Du musst dich nicht für eine Mahlzeit bestrafen.
❌ Und du musst nicht immer weniger essen, nur weil die Waage einmal stagniert.
Das Ziel ist eine Ernährung, die deinen Körper versorgt, dich deinem Ziel näherbringt und gleichzeitig langfristig in dein Leben passt.
Denn am Ende sollte Essen wieder etwas sein, das Teil deines Lebens ist und nicht dein ganzes Leben bestimmt.
Folge 142 des BE PROUD Talk:
Warum entwickeln so viele Menschen Angst vor Essen? Und wie entsteht der Teufelskreis aus immer weniger essen, ständigem Verzicht und trotzdem ausbleibendem Fortschritt? Genau darüber sprechen wir in Folge 142 des BE PROUD Talk.


